Deutsch

Vortrag von Nikolaus Nützel

NIKOEnde Oktober 2018 besuchte Nikolaus Nützel, deutscher Journalist und Autor, die Deutsche Schule Osorno und hielt bei dieser Gelegenheit drei Vorträge für die Schülerinnen und Schüler der 9. bis 11. Klasse.

Diese Veranstaltungen gaben den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit dem Redner über die verschiedenen Themen auszutauschen und so war das für sie eine Bereicherung des Schulalltags, da es sich einerseits um Sprache und Kommunikation, andererseits aber auch um deutsche Geschichte handelte.

«Man glaubt, das Verständnis zwischen Menschen, die miteinander kommunizieren, sei eine natürliche Tätigkeit des Verstehens und Zuhörens, doch wenn man darüber nachdenkt, entdeckt man, dass Sprechen etwas sehr Besonderes ist und dass es so viele Möglichkeiten gibt, einander nicht zu verstehen und dass Wörter unterschiedliche Bedeutungen haben können und daraus Missverständnisse entstehen. Dies ist ein sehr interessantes und wichtiges Thema», führte Nützel aus.

Der Journalist bezeichnete die Studenten der DSO als respektvoll und ruhig, was seiner Meinung nach die Lebensweise der Stadt Osorno widerspiegelt. Die wichtigste Botschaft, die er ihnen hinterlassen möchte, ist: „Denkt daran, dass Jugendliche von Natur aus neugierig sind, weil junge Menschen etwas über das Leben und die Welt wissen wollen und wenn sie groß werden, vergessen sie dies. Wenn ihr zu Erwachsenen werdet und andere Dinge machen oder unterschiedliche Vorstellungen haben werdet, kann es euch schwerfallen, daran zu denken und das Infragestellen geht verloren. Ich fordere euch auf, diese Neugier auch über die natürlichsten Dinge wie die Sprache zu behalten!“

Nikolaus Nützel bedankte sich bei der Deutschen Schule Osorno, insbesondere bei der Deutschabteilung, welche ihm im Rahmen seiner Lateinamerika-Reise die Gelegenheit bot, seine Werke zu präsentieren und das Thema Sprache zu erläutern.

Varinia Cuello Riveros
Journalistin
Deutsche Schule Osorno

Internationaler Debattierwettbewerb

Seit 2011 veranstalten die Hertie-Stiftung und die Zentralstelle für das Auslandschulwesen Jugend debattiert in deutscher Sprache in Brasilien, seit 2016 auch in Argentinien, Chile und Paraguay. Insgesamt 45 Schulen haben im letzten Jahr daran teilgenommen. Abschluss und Höhepunkt 2016 war das I. Internationale Finale, das vom 19. bis 21. Oktober in Santiago de Chile ausgetragen wurde. Und noch eine Premiere: die Abschlussveranstaltung mit Halbfinale und Finale fand im Freien statt – unter Sonnensegeln auf der Terrasse der Deutschen Botschaft.

Das nächste Internationale Finale Südamerika findet Ende Oktober 2017 in Brasilien statt. Schon zweimal haben Schülerinnen der Deutschen Schule Osorno am nationalen Wettbewerb in der Kategorie Fremdsprache gewonnen und durften mit einem Stipendium für einen Monat in Deutschland an der „großen Deutschlandreise“ zusammen mit jugendlichen aus fast hundert anderen Ländern teilnehmen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der internationalen Veranstaltung sind jeweils die Sieger des nationalen Debattierwettbewerbs. In diesem Jahr findet dieser nationale Wettstreit Anfang Juni an der Deutschen Schule in Osorno statt.

 

Deutsch lebendig mit Stipendien für Deutschlandreise.

Im Jahr 2015 wurde der traditionelle „Vorlesewettbewerb“ durch „Deutsch lebendig“ abgelöst.

Schülerinnen und Schüler zwischen der 5. und 10. Klasse treten nun in verschiedenen Kategorien und Disziplinen gegeneinander an.

Die 5. und 6. Klassen messen sich im Vorlesen; die 7. und 8. Klassen präsentierten Gedichte und die Schüler der 9. und 10. Klassen tragen eine „Pecha Kucha“ vor. Der Name „Pecha Kucha“ kommt aus dem japanischen und bedeutet sinngemäß „plaudern“. Es handelt sich hierbei um eine Vortragstechnik, bei welcher zu einem mündlichen Vortrag passende Bilder (Folien) projiziert werden.

Die Gewinnerinnen und Gewinner nehmen Ende des Jahres beim Finale aller Deutschen Schulen und der Schweizer Schule teil. Die Sieger oder Siegerin des Pecha-Kucha-Wettbewerbes in der Kategorie Fremdsprache darf sich auf ein Stipendium des Auswärtigen Amtes für eine 4-wöchige Studienreise nach Deutschland freuen.

Wettbewerbe der ZfA (Zentralstelle für das Auslandschulwesen)

Jedes Jahr finden zahlreiche Wettbewerbe für Pasch-net Schulen statt. Pasch-net bietet Schülerinnen und Schüler verschiedener Stufen mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen die Möglichkeit, an lokalen oder internationalen Wettbewerben teilzunehmen und tolle Preise zu gewinnen.

Gewinner des „Deutsch ist lebendig“–Wettbewerbs der ZfA in Chile war im vergangenen Jahr Jan Fischer der Deutschen Schule Osorno, er gewann ein Stipendium des Auswärtigen Amtes für eine 4-wöchige Studienreise nach Deutschland.

Mehr zu seinem Beitrag unter: http://www.pasch-net.de/de/pas/cls/leh/sch/wet/20831197.html

Informationen zu weiteren Wettbewerben unter: http://www.pasch-net.de/de/pas/cls/leh/sch/wet.html

Debattierwettbewerb – meine große Erfahrung

Im vergangenen Mai hatte ich Gelegenheit, am schulinternen Debattierwettbewerb auf Deutsch teilzunehmen, bei dem ich mich zusammen mit meinem Kameraden Alex Nannig für den nationalen Wettbewerb qualifizierte. Dort kamen Josefa Hidalgo aus Temuco und ich eine Runde weiter. Wir wurden für den internationalen Wettstreit, welcher in Sao Paolo ausgetragen wurde, selektioniert. Zu Beginn hätte ich nicht gedacht, dass ich es schaffen würde, mich für Brasilien zu qualifizieren und dort mit den Besten Südamerikas zu debattieren; eine Reise in ein mir fremdes Land schien mir unglaublich! Aber es wurde Realität. Zusammen mit Josefa und je zwei Jugendlichen aus Argentinien, Brasilien, Paraguay und Peru reisten wir nach São Paolo nach Brasilien.

Am 24. Oktober trafen alle in São Paolo ein. Wir Chilenen hätten ungefähr um acht Uhr morgens abreisen sollen. Aber da habe ich gelernt, dass im Leben nicht immer alles nach Plan läuft, dass man manchmal nichts ändern kann und man ganz einfach nur die Ruhe bewahren muss. Der Flug nach Sao Paolo war verspätet. Erst wurde er auf 11.00, dann auf 13.00 Uhr verschoben. Schließlich flogen wir erst um 16.00 Uhr los. Ich selber versuche stets, mich zu organisieren und alles zu planen, weshalb es mir sehr schwer fiel, acht Stunden auf dem Flughafen auszuharren. Aber so habe ich gelernt, Geduld zu üben. Das war meine erste, große Erfahrung während dieser Reise.

Am nächsten Tag genossen wir zehn Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Lehrer und Begleitpersonen eine Stadtrundfahrt. Uns alle verband eines, nämlich die deutsche Sprache. Auf dieser Tour wurden uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt und Einzelheiten über deren Geschichte erzählt, selbstverständlich alles auf Deutsch. Besonders beeindruckend waren die vielen Menschen, welche auf den Gehsteigen lagen und schliefen. Sie trugen nur spärliche Kleidung, keine Schuhe und hatten wohl kaum etwas zu essen. Oft macht man sich keine Gedanken, dass es Menschen gibt, die leiden und unter solchen Bedingungen leben müssen. Solche Eindrücke haben mir geholfen, darüber nachzudenken und mein eigenes Leben mehr zu schätzen. Darüber hinaus hatten wir auf diesem Rundgang Gelegenheit, die anderen Teilnehmer näher kennenzulernen und zusammenzusitzen. Während wir Fruchtsäfte aus tropischen Früchten genossen, wurden zwischen Schülern und Lehrern Erfahrungen der Schule, der Universität, des IBs und vieler anderer Themen ausgetauscht.

Am 25. Oktober fand die Klassifikation für das Finale statt. Am Morgen hatten wir Zeit, uns für die Debatten vorzubereiten. Um 14.00 Uhr begann die erste Debatte mit dem Thema „Soll im Sportunterricht auf die Notengebung verzichtet werden?“. Vor der Debatte war ich furchtbar nervös, aber dann genoss ich das Diskutieren. Es ist unglaublich, dass es immer verschiedene Gesichtspunkte gibt und wie während des Debattierens immer neue Ideen entstehen.

Sofort nach der ersten musste ich zur zweiten Debatte antreten, welche meiner Meinung nach viel schwieriger war. Es wurde darüber debattiert, ob der Flächenverbrauch durch Straßen und Bebauung in städtischen Regionen strikt begrenzt werden sollte. Anschließend wurden die Resultate bekannt gegeben. Wie ich eben gelernt hatte, gibt es immer verschiedene Ansichten. Einerseits stellte ich mir vor, wie schön es wäre im Final im Konsulat debattieren zu können, andererseits auch, wie toll es wäre, ganz entspannt, ohne Nervosität, den Besuch an diesem besonderen Austragungsort zu genießen. Ich befand mich nicht unter den Finalisten, aber die andere Chilenin, Josefa, hat es geschafft. Als Krönung dieses anstrengenden Tages wurden wir zum Pizzaessen eingeladen. Wir waren schon satt vom Probieren der köstlichen, „salzigen“ Pizzas, da erschien der Kellner plötzlich mit einem ganz besonderen Nachtisch: Eine Pizza mit Schokolade! Diese musste man einfach probieren.

Wisst ihr, was ein Konsulat ist? Ich habe mir einen großen, dunklen Raum vorgestellt, hatte keine Ahnung, wie es wirklich war. – Plötzlich befanden wir uns in einem wunderschönen Haus, mit einem riesigen Schwimmbad im Garten, wo uns ein Cocktail mit Früchten und Kaffee erwartete, alles aufs Schönste und elegant präsentiert. Es erschien mir wie ein Traum: Ich in einem Konsulat, umgeben von wichtigen Persönlichkeiten, in der Residenz des deutschen Generalkonsuls in Brasilien! Das war bis heute definitiv der Tag, an dem ich mich am bedeutendsten gefühlt habe. Man tauschte Gedanken aus, sprach Deutsch, denn einige konnten nicht Spanisch, andere wie ich kein Portugiesisch. Sogar eine Katze wollte am Geschehen teilhaben. Während des Finals begann sie zu miauen und zeigte uns damit, dass sich auch in einem Konsulat Unvorhergesehenes ereignen kann.

Dennoch war das Finale spektakulär. Alle gaben ihr Bestes, aber Josefa Hidalgo aus Chile war die Beste! Sie wurde zur Siegerin erkoren! So mussten wir am Abend feiern! Josefa hatte gewonnen, und es war unser letzter Abend. Wir gingen in ein Restaurant mit Spezialitäten aus dem Amazonasgebiet. Während wir auf das Essen warteten, sprachen wir Jugendlichen, ohne es zu merken, in einer Selbstverständlichkeit Deutsch miteinander. Die vergangenen gemeinsamen Tage, an den wir uns ständig auf Deutsch unterhalten hatten, haben bei uns eine Veränderung bewirkt. Oft hat man Angst, Deutsch zu sprechen oder Fehler zu begehen und man fürchtet, dementsprechend beurteilt zu werden. Aber für uns ist das nun Vergangenheit. Wir haben verstanden, dass es nicht wichtig ist, perfekt zu sprechen, sondern kommunizieren zu können. Diesen Abend haben wir am meisten genossen, wir konnten nicht aufhören zu lachen!

Viele von euch denken, sie hat ja gar nicht gewonnen, da sie es nicht geschafft hat, erste zu werden. Aber ich bin sicher, dass diejenigen, welche meinen Text gelesen haben, sich nun vorstellen können, was ich alles gewonnen habe!

Am Anfang hatte ich Angst, viel Angst, ich wollte nicht mitmachen, aber inzwischen weiß ich, dass es normal ist, es ergeht jedem so. Doch es gibt einen Unterschied. Dank meinem Deutschlehrer, Roman Feltscher, welcher mich motiviert hat, teilzunehmen, habe ich mich getraut, mich dieser Aufgabe zu stellen. Ich möchte alle Schülerinnen und Schüler, welche sich davor fürchten, ermuntern, es zu versuchen. Ich versichere euch, dass ihr auf jeden Fall einen Sieg davontragen werdet!

Florencia Hemmelmann, Klasse 11A, Deutsche Schule Osorno, Chile