BILI

Bilingualer Sprach- und Fachunterricht an der DSO

Seit dem Schuljahr 2015 wird an der Deutschen Schule Osorno das Konzept des bilingualen Sprach- und Fachunterrichts („BILI“) umgesetzt. In diesem Schuljahr wurde das Pilotprojekt mittels der bilingualen Alphabetisierung mit den 1. Klassen der Grundschule begonnen und nach den erfolgreichen ersten Erfahrungen weitergeführt. Inzwischen hat sich das System etabliert und es wird von der 1. bis in die 4. Grundschulklasse bilingual unterrichtet. Die Idee und gleichzeitig Herausforderung ist es, mindestens 50 % des Unterrichtes auf Deutsch zu führen. Dies ist nur möglich, wenn auch die entsprechenden Lehrpersonen gefunden werden können, was in den letzten Jahren zunehmend schwieriger geworden ist.

Das Konzept beruht auf nationalen und internationalen Vorbildern, die aufzeigen, dass in zwei Sprachen simultan lesen und schreiben gelernt werden kann. Hierfür wird an der DSO mit einer bilingualen Anlauttabelle (allen Lauten werden Bilder zugeordnet, die in beiden Sprachen, also deutsch und spanisch, gleich oder ähnlich heißen) gearbeitet.

Die Resultate der Sprachentwicklung bei den Lernenden sind erfreulich, wird die deutsche Sprache nun auch als Alltagssprache, zumindest in vielen Schulstunden, wahrgenommen. Bereits vom „Medio Menor“ bis zum Kindergarten, während vier Schuljahren also, werden die Kinder an diese Lernweise herangeführt, denn auch auf dieser Stufe gilt bereits das Konzept „one teacher – one language“ (ein Lehrer – eine Sprache), das heißt, eine der beiden Lehrpersonen im Klassenraum spricht grundsätzlich deutsch und die andere spanisch.

Ziel dieses spezifischen Sprachunterrichts ist es, den Schülerinnen und Schülern eine solide Basis der deutschen Sprache zu vermitteln. So soll bis in Klasse 6 neben den Deutschstunden möglichst viel Fachunterricht in der Fremdsprache unterrichtet werden, zum Beispiel Biologie, Sport, etc., damit die Kinder ein umfangreiches Vokabular erlernen können und sich in der Sprache „zu Hause“ fühlen und auch spontan auf Alltagssituationen reagieren können.

Dieses Projekt erfordert nicht nur von den Lernenden viel Einsatz und guten Willen, sondern auch die Lehrpersonen sind gefordert. Ihre Arbeit wird regelmäßig von Fachpersonen evaluiert, Unsicherheiten und Probleme werden erläutert und es wird gemeinsam nach praxisnahen Lösungen gesucht, die für unsere Schule und unsere Situation umsetzbar sind. Im Weiteren wird auf die Weiterbildung der Lehrkräfte großen Wert gelegt. Pädagogische Unterstützung erhält die Schule dabei von Helen Fürniß, Fachschaftsberaterin für Deutsch/Básica in Chile  der ZfA (Zentralstelle für das Auslandschulwesen), vom LBI (Lehrerbildungsinstitut) in Santiago und in der Person von Esther Weller, von der Schweizer Schule Santiago, welche seit vielen Jahren erfolgreich mit einem bilingualen Konzept arbeitet.

 

Roman Feltscher
Fachleiter Deutsch
Deutsche Schule Osorno