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Besuch Holger Timmreck

Am Dienstag, 29. Oktober 2019, besuchte Holger Timmreck die Deutsche Schule Osorno. Heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, erzählt Timmreck als Zeitzeuge der ehemaligen DDR – als Deutschland durch die Berliner Mauer geteilt war – seine Lebensgeschichte und über die Zeit während seiner zweijährigen Haft in der DDR.

IMG_0833Holger Timmreck (geb.1959 in Pirna) wuchs in einem regimekritischen Elternhaus auf. Als Kind erfuhr er, dass sein Vater wegen “staatsfeindlicher Hetze“ in Stasi-Haft war. Timmreck träumte von einer Sportkarriere, machte Abitur und wollte Sportlehrer werden. Trotz des guten Abschlusses erhielt er keine Zulassung zum Studium. Man warf ihm vor, junge Menschen nicht im Sinne des Sozialismus erziehen zu können. Frustriert nahm er eine Ausbildung zum Agraringenieur auf. Im August 1980 entschloss er sich zur Flucht über die grüne Grenze von der Tschechoslowakei nach Österreich. Der Fluchtversuch misslang, er wurde verhaftet und zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Im Rahmen des Häftlingsfreikaufs gelangte er im Februar 1982 in die Bundesrepublik. Dort studierte er an der Deutschen Sporthochschule in Köln mit Schwerpunkt Sportpublizistik und war im Anschluss in den Sportredaktionen von RTL und Premiere tätig. 2011 verschlug es ihn privat nach Lima in Peru, wo er eine Anstellung als Lehrer an der Deutschen Schule erhielt.

Vortrag und Lesung von Volker Mehnert

Mehnert PortraitEnde August besuchte Volker Mehnert, ein deutscher Autor, zum 250-jährigen Geburtstag von Alexander von Humboldt die Deutsche Schule Osorno und hielt bei dieser Gelegenheit zwei Vorträge für die Schülerinnen und Schüler der 8. und 11. Klasse.

Diese Veranstaltungen gaben den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit einem deutschen Autor über das Thema Humboldt in Chile und den Ideen dieses genialen Autors, Wissenschaftlers und Weltreisenden auszutauschen und so war das für sie eine Bereicherung des Schulalltags, da es sich einerseits um Geschichte, andererseits aber auch um deutsche Sprache handelte.

Einige Schüler/-innen der 11. Klasse haben ihre Eindrücke der Lesung mit Volker Mehnert auf Deutsch aufgeschrieben.

Mehnert BuchfotoLetzte Woche ist ein Schriftsteller, Volker Mehnert, in unserer Schule, angekommen. Sein Buch erzählt über Alexander von Humboldt. Das war sehr interessant, weil wir dieses Jahr einen Roman über Alexander von Humboldt gelesen haben. Wir wollten wissen, was im Buch „Die Vermessung der Welt“ Realität oder Fiktion war. Herr Mehnert klärte all unsere Zweifel und teilte sein Wissen über die Reisen und Entdeckungen von Humboldt mit uns. Wichtiger als das war, dass er seine Leidenschaft für Humboldts Geschichte teilte. Die Aktivität war sehr interessant, deshalb hoffe ich, dass wir noch mehr so schöne Erfahrungen wie diese machen können.

Valentina Zambarana, Klasse 11 B

 

Am letzten Dienstag konnten wir den deutschen Schriftsteller Volker Mehnert treffen, der er uns von seinen Werken erzählte, insbesondere von dem Buch, das er kürzlich über Alexander von Humboldt veröffentlicht hat. Ohne Zweifel war es eine sehr positive Erfahrung, denn im Unterricht hatten wir einen historischen Roman über das Leben dieses Wissenschaftlers gelesen. Aus diesem Grund präsentierte Herr Mehnert einen Vortrag über Humboldt, und am Ende konnten wir ihm einige Fragen stellen, die wir vorbereitet haben. Obwohl das anfängliche Konzept des Dialogs über den Wissenschaftler und seine Arbeit war, entstanden andere Themen wie Erfahrungen und Lebensunterweisungen, die der Gast mit uns teilen konnte und als Instanz von Reflexion genützt wurden.

Daniela Westermeier, Klasse 11 A

 

Letzte Woche hatten wir das Vergnügen, den Autor Volker Mehnert zu treffen. Der deutsche Autor kam während seiner Chile Tournee an unsere Schule, um eines seiner Bücher vorzustellen. Dieses Buch handelt von Alexander von Humboldts Leben und seinen Reisen. Bei diesem Treffen erzählte uns Mehnert von seinen eigenen Reisen und seinem Buch, wir erfuhren viele Neuigkeiten und all unsere Fragen zu Humboldt wurden beantwortet. Es war eine Stunde nicht nur des großen historischen, sondern auch des kulturellen Lernens.

Catalina Vidal W., Klasse 11 A

 

Als erstes fand ich die Möglichkeit, mit einem deutschen Autor zu sprechen, sehr gut. Es war interessant, weil sein Buch einen Bezug zu einem anderen Buch hat, das wir schon im Unterricht gelesen hatten. Auf diese Weise konnten wir mehr über Humboldt erfahren und im Verlaufe des Gesprächs stellten sich mehr neue Fragen als die, die wir bereits vorbereitet hatten.

Andererseits erzählte uns der Autor auch von seinen Erfahrungen und Reisen, sodass es unterhaltsam war, etwas über andere Dinge als nur über das Buch sprechen zu können. Es war eine lustige Erfahrung, und ich hoffe, dass sie in Zukunft mit anderen Leuten wiederholt werden kann.

Nicole Landmann, Klasse 11 A

 

Nach das Lessen des Buches „Die Vermessung der Welt“ erhielten die Schüler aus der 11. Klasse Besuch von einem wichtigen Schriftsteller, der ein Buch über Humboldt geschrieben hat. Die Stimmung war sehr entspannt, die Schüler hatten Fragen über das Buch und den Wissenschaftler vorbereitet und der Autor hat sie beantwortet. Alle waren sehr erstaunt, warum er so viel über Humboldt wissen konnte. Alle Schüler sind der Meinung, dass die Schule solche Aktivitäten mehrmals machen sollte, weil das anders ist (nicht so anstrengend wie normaler Unterricht) und sie mehr Spaß haben, außerdem möchten sie noch andere Gespräche haben, aber jetzt mit einem Wissenschaftler. Diese Aktivität war total nett für alle und darum eine gute Methode, um neue Dinge zu lernen.

Ari Almendares, Klasse 11 B 

 

Es ist unglaublich, mit einem Autor sprechen zu können, in der Lage zu sein, den kreativen Geist einer Arbeit von Angesicht zu Angesicht anzusprechen, all das hat mehr als einen bewegt. Es ist eine interessante Tatsache, denn wir hatten über Humboldt gelesen und wir kannten seine Geschichte, wussten, wie es geschah, aber als der Autor uns erzählte, konnten wir einen der Kenner von Humboldt persönlich sehen. Es war eine großartige Gelegenheit, näher ans Thema heranzukommen, Fragen zu stellen, zu sprechen und zu diskutieren.

Außerdem konnten wir mehr über den Autor erfahren, über seine Hobbys, Kenntnisse, Erfahrungen und Reisen, die Humboldts Haltung unglaublich ähneln. Es war eine sehr unterhaltsame Aktivität, die meiner Ansicht nach dazu diente, unser Lesen und Lernen zu motivieren. Ich hoffe, wir können solche Dinge, die uns glauben machen, dass Lernen Spaß macht, wiederholen.

Barbara Behrmann, Klasse 11 B

 

Vortrag von Nikolaus Nützel

NIKOEnde Oktober 2018 besuchte Nikolaus Nützel, deutscher Journalist und Autor, die Deutsche Schule Osorno und hielt bei dieser Gelegenheit drei Vorträge für die Schülerinnen und Schüler der 9. bis 11. Klasse.

Diese Veranstaltungen gaben den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit dem Redner über die verschiedenen Themen auszutauschen und so war das für sie eine Bereicherung des Schulalltags, da es sich einerseits um Sprache und Kommunikation, andererseits aber auch um deutsche Geschichte handelte.

«Man glaubt, das Verständnis zwischen Menschen, die miteinander kommunizieren, sei eine natürliche Tätigkeit des Verstehens und Zuhörens, doch wenn man darüber nachdenkt, entdeckt man, dass Sprechen etwas sehr Besonderes ist und dass es so viele Möglichkeiten gibt, einander nicht zu verstehen und dass Wörter unterschiedliche Bedeutungen haben können und daraus Missverständnisse entstehen. Dies ist ein sehr interessantes und wichtiges Thema», führte Nützel aus.

Der Journalist bezeichnete die Studenten der DSO als respektvoll und ruhig, was seiner Meinung nach die Lebensweise der Stadt Osorno widerspiegelt. Die wichtigste Botschaft, die er ihnen hinterlassen möchte, ist: „Denkt daran, dass Jugendliche von Natur aus neugierig sind, weil junge Menschen etwas über das Leben und die Welt wissen wollen und wenn sie groß werden, vergessen sie dies. Wenn ihr zu Erwachsenen werdet und andere Dinge machen oder unterschiedliche Vorstellungen haben werdet, kann es euch schwerfallen, daran zu denken und das Infragestellen geht verloren. Ich fordere euch auf, diese Neugier auch über die natürlichsten Dinge wie die Sprache zu behalten!“

Nikolaus Nützel bedankte sich bei der Deutschen Schule Osorno, insbesondere bei der Deutschabteilung, welche ihm im Rahmen seiner Lateinamerika-Reise die Gelegenheit bot, seine Werke zu präsentieren und das Thema Sprache zu erläutern.

Varinia Cuello Riveros
Journalistin
Deutsche Schule Osorno